Entstehung

1849 gründete der Direktor des Lehrerseminars Wettingen Augustin Keller den Schweizerischen Lehrerverein, um den standespolitischen und pädagogischen Anliegen eine Plattform auf eidgenössischer Ebene zu geben.

Da die Anliegen der katholischen Lehrpersonen besonders der Innerschweiz angesichts des beginnenden Kulturkampfes im Schweizerischen Lehrerverein zu wenig Beachtung fanden, schlossen sich engagierte katholische Lehrerinnen 1891 im Verein Katholischer Lehrerinnen der Schweiz VKLS zusammen. Am 11. Oktober 1892 gründete der Freiburger Josef Tschupp in Luzern mit Kollegen den Verein katholischer Lehrer und Schulmänner der Schweiz VKLSS. Zwar zählte der VKLSS 1901 bereits 20 Kantonalsektionen, doch die Mitgliederzahl in den Sektionen blieb bescheiden.

Verein katholischer Lehrer und Schulmänner der Schweiz

Der VKLSS setzte sich für katholische Grundsätze in Bildung und Erziehung ein. Er nahm die intellektuellen und materiellen Anliegen des Lehrerstandes auf, trat für die Verbesserung des Schulwesens in den mehrheitlich katholischen Kantonen ein und versuchte mit eigens geschaffenen Werken seine Ziele zu erreichen.

Seit 1893 erschien als Vereinsorgan des VKLSS die "Pädagogische Monatsschrift". Sie fusioniert 1894 mit dem "Erziehungsfreund" des Katholischen Erziehungsvereins der Schweiz zum neuen Publikationsorgan "Pädagogische Blätter". 1918 entstand daraus die pädagogische Zeitschrift "Schweizer Schule", welche bis ins Jahr 2000 als vielbeachtete publizistische Plattform auf anspruchsvollem Niveau die jeweiligen pädagogischen Strömungen und Anliegen thematisierte, diskutierte und kommentierte.

Die ab 1907 erscheinende Reise-Legimitationskarte für Lehrpersonen wurde bald durch einen Schulreiseführer ergänzt. Von 1962 bis 2005 erschien eine Lehreragenda mit Reisekarte, Planer und Schulreiseführer unter der Redaktion und Verwaltung von Kaspar Kaufmann, Horw.

1922 erschien erstmals der Schülerkalender "Mein Freund", der Informationen aus Kultur, Sport und Wissenschaft mit Agenda und Wettbewerben verband und für Generationen von Jugendlichen zum begehrten Begleiter wurde, bis er 1976 infolge Auflagenrückgang eingestellt werden musste.

Seit 1927 erscheint das Unterrichtsheft in mehreren Sprachen mit Spezialausgaben für Fachlehrpersonen.

Zu den grossen Errungenschaften des VKLSS gehört die Berufshaftpflicht-Versicherung zur Absicherung der Lehrpersonen für Haftpflichtfälle im Zusammenhang mit der Berufsausübung. Noch heute schützt diese preisgünstige Versicherung ohne Selbstbehalt bei versicherten Berufshaftpflicht-Fällen.

Vom Katholischen Lehrerverein zum Christlichen Lehrer- und Erzieherverein

Am 14. Mai 1977 stimmten die Delegierten des Katholischen Lehrervereins der Schweiz einer Statutenänderung zu, welche eine Öffnung zu allen Berufsgruppen des Bildungs- und Erziehungswesens brachte. Der Verein wurde deshalb umbenannt in Christlicher Lehrer- und Erzieherverein der Schweiz CLEVS.

Die Bedeutung weltanschaulich geprägter Berufsorganisationen hat sich am Ende des 20. Jahrhunderts vermindert. Bevölkerungsfluktuation und Durchmischung führten dazu, dass der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer LCH zusehends die Vertretung gewerkschaftlicher und standespolitischer Interessen der Lehrpersonen übernahm. Diese Entwicklung und die schwindende Mitgliederzahl führten zu einer Verlagerung der Aktivitäten des CLEVS auf ideelle Werte und karitative Tätigkeiten. Es kam zur Gründung der Stiftung Hilfskasse des CLEVS, die sich um Unterstützung von Menschen bemüht, die in Erziehung und Bildung tätig oder eingebunden sind.

Heute besteht die Hauptaufgabe des CLEVS in einer effizienten Führung seiner Werke und in der Bereitstellung der finanziellen Mittel zur Alimentierung der Stiftung Hilfskasse des CLEVS.